Zurück nach Marrakech

Nach dem Besuch des Taragalte Festival geht es weiter in kleinen Schritten aus der Einsamkeit und Weite der Wüste zurück in den Zustand, den wir „Zivilisation“ nennen.

Es ist Zeit, Abschied zu nehmen von dieser kargen Landschaft, in der man einfach nur „sein“ kann – vieles, was einen sonst so bewegt, in den Hintergrund tritt und die einfachsten Dinge des Lebens zu kleinen Herausforderungen für uns werden können.  Mit dem Jeep starten wir nach dem Frühstück von M’Hamid zurück nach Zagora.

Werkstatt auf dem Weg nach Zagora

Angekommen im Kashba-Hotel, wo frische Kleidung, eine Dusche und eine Toilette auf uns warten, freuen wir uns auf den Pool, der angesichts der mittlerweile doch recht kalten Nachttemperaturen eisig ist, umso schöner ist die lang ersehnte heiße Dusche. Frisch geduscht und eingekleidet geht’s anschließend erst mal zum Shopping – oder vielmehr Handeln – in die benachbarten Geschäfte.

Am nächsten Morgen starten wir nach dem Frühstück mit unserem Fahrer, der die auf der Hinfahrt bestellten frischen Datteln mitgebracht hat, von Zagora übers Atlas zurück nach Marrakech. Nun ist auch Zeit, Abschied zu nehmen, von den Menschen, die uns so fürsorglich und sicher durch den Sand geführt haben und mit uns ihre Begeisterung für diese einzigartige Landschaft, ihre Heimat geteilt haben.

Als wir gegen Abend in Marrakech ankommen, ist es bereits dunkel und nach einem letzten Abendessen auf der Terrasse des Nomad haben auch die Stände im Haupt-Souk alle geschlossen …

… und am nächsten Morgen wieder offen. Noch ein wenig Shopping … Gewürze, ein paar Kissenbezüge und diverse Kleinigkeiten passen irgendwie noch zu den Lampen, dem Teppich, dem Leder-Pouf, dem Schmuck und den Taschen. Nur im Teppich-Souk darf ich nicht mehr wirklich nach rechts und links gucken. Ein weiterer Teppich passt beim besten Willen in keine Tasche mehr. Diesmal.

Aber auch für einen weiteren Besuch der alten, prächtigen Koranschule, der Medersa Ben Youssef ist noch Zeit. Die Schule, welche im 14 Jh. gegründet wurde und in der bis 1960 unterrichtet wurde, ist für mich mit neben der benachbarten „Koubba“, die beeindruckendste Sehenswürdigkeit in der Medina.

Der Carrara-Marmor auf dem Boden wurde gegen Zucker eingetauscht.

Die kleinen 132 Kammern im oberen Stockwerk, in denen die Schüler der Koranschule zu zweit oder zu dritt lebten, wirken noch beengender bei dem Gedanken, dass die Schüler wohl teils aus eben dieser Weite kamen, die wir in den letzten Tagen bereist haben.

Welch ein Kontrast ist dagegen das helle und farbenfrohe Riad. Ein letzter Blick in den malerischen Innenhof des Riads und dann wird es mal wieder Zeit fürs Taxi zum Flughafen – mit der Überzeugung: „Ich komme wieder.“

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